The "Tayside Police Pipe Band" auf Besuch in Zürich am 2. Sept. 2006
Mit dabei war auch Drum Sergeant John Moneagle, der den Drummers der PDZ bereits
vor 25 Jahren Instruktionen erteilt hatte !




Wüde, John und Fromi damals .....


Fromi, John und Wüde im September 2006 !


HOGMANAY 2006 – «The Pipes & Drums of Zurich» in Drumnadrochit!
Reisenotizen von Andy «MacSwiss» Schweizer


Bereits zum zweiten Mal fliegt eine kleine Gruppe Piper, Drummer und Angehörige hinauf nach Inverness, um im rund zwanzig Kilometer entfernten, am Loch Ness gelegenen Drumnadrochit an der Neujahrsfeier (schott. Hogmanay) teilzunehmen. Hogmanay darf sicher als eines der wichtigsten schottischen Feste bezeichnet werden. Logischerweise wird sich der Leser nun fragen: Wie kommt es, dass eine Dudelsackband aus der Schweiz ans Hogmanay nach Schottland eingeladen wird?

Die Geschichte ist schnell erzählt: Ein schottlandbegeistertes Ehepaar aus der Schweiz – nennen wir sie Gaby und Adrian W. aus D. – verbringt seit Jahren Ferien in Drumnadrochit und daher kennen sie mittlerweilen das halbe Dorf. Da kam ihnen während einem ihrer Aufenthalte vor zwei Jahren zu Gehör, dass die Organisatorinnen des «Loch Ness Hogmanay Festivals» (www.lochnesshogmanay.com) – vier reizende Ladies – verzweifelt eine Pipeband für das Festival suchten. Das scheint in Schottland für die Zeit über Neujahr ein Problem darzustellen. Da empfahl das schweizer Ehepaar den vier Schottinnen, sie könnten doch die «Pipes & Drums of Zurich» anfragen … Gesagt, getan!
Klar glaubte ein jeder von uns an einen Scherz, als wir kurz darauf während einer Bandprobe von der Anfrage hörten, ob wir Lust hätten über Neujahr in Drumnadrochit als offizielle Pipeband aufzuspielen. Und auch die vier Ladies glaubten wohl zuerst an einen Scherz, als sie aus Zürich ein OK erhielten!

Doch zurück zum Anreisetag, dem 30. Dezember 2006. Das Abenteuer beginnt für uns schon bei der Ankunft auf dem Flughafen in Inverness. Schnell wird uns klar, dass vier Koffer und Gepäckstücke ihren Weg nach Schottland nicht gefunden haben. Und das samt PDZ Uniformen – ohalätz! Zudem fehlt die Trommel von «John the Scottish», unserem einzigen Hogmanay-Drummer und Schotten aus Fife! Und der nächste Flug aus London wird erst morgen Nachmittag um 1530 Uhr erwartet. Der Ärger ist gross und zum Trost schenkt uns der Jüngling, der den Schalter von British Airways (BA) hütet, ein Not-Necessaire. Wow! Es enthält unter anderem eine Notzahnpasta in der Grösse eine Chanter reeds! Die Zahnbürste muss zusammengeschraubt werden.
Unsere Freunde aus Drumnadrochit – allen voran der unermüdliche George – chauffieren uns schliesslich südwärts entlang dem Loch Ness zum (noch) schlummerndem Dorf, das an der Urquhart Bay liegt. Nach dem Willkommenstr§unk und einer währschaften Verpflegung in der «Blarmor Bar» folgt der Zimmerbezug. Einmal mehr logieren wir im «Fiddlers» sowie dem dazugehörenden B&B «Oadkale, gleich gegenüber. 

band picture vor castle - med

Die Kilts finden wir in Drumnadrochit und zur Komplettierung des übrigen Materials rasen wir mit George dem Loch Ness wieder hinauf nach Inverness. Die Zeit drängt, denn am Nachmittag steht ein erster Auftritt beim Urquhart Castle an. So tritt dann unsere Band – nun in einem bunten Durcheinander von Kilts – vor dem Souvenirshop des Urquhart Castles auf, wobei uns der Regen horizontal ins Gesicht peitscht – Schottland pur!

Ab Ende des 17. Jahrhunderts blieb das imposante Schloss unbewohnt liegen und 2003 ging die immer noch beeindruckende Ruine in den Besitz des «National Trust of Scotland» über.

 Nach einer Verschnaufpause spielen wir noch unten in der Ruine im Turm, wo uns wenigstens nur noch der Wind um die Ohren bläst. Die Retourfahrt nach Drumnadrochit erfolgt auf dem Seeweg. Gordon, den wir noch vom letzten Jahr kennen, schifft uns über ein raues Loch Ness. Seetiere können wir keine sichten, es soll aber welche geben … Und dann die Erleichterung: Alle vier vermissten Koffer samt Trommelgepäck stehen friedlich im «Oakdale».

Folgendes sei noch erwähnt: Leider hatten unser Präsident und dessen Begleiterin überhaupt kein Glück: Nach vier Tagen wussten sie immer noch nicht wo ihr Gepäck geblieben ist! Später erfahren wir den Grund für das Chaos: Die hartnäckigen Nebeltage im vergangenen Jahr in Heathrow brachten den Gepäcktransport zum Erliegen. Bloody awful! – wie George so schön meinte.

playing in circle - med
Das Essen im «Fiddlers» ist zu loben, John und seine Crew haben die Sache im Griff. Das Lokal ist an diesem Abend gut besetzt und ein Halt kann jedem zukünftigen Reisenden nur empfohlen werden. Auch nur schon wegen der verlockend grossen Malt Whisky-Auswahl, die sich rund um die Bar und auf Regalen im halben Lokal präsentiert. Doch noch steht uns die Festival Parade bevor – also etwas Zurückhaltung, please!

Bei einsetzendem Nieselregen besammelt sich die Dorfbevölkerung, Touristen, Freunde, Fans und Gäste mit uns vor dem «Drumnadrochit Hotel», oben auf der Anhöhe. Nach 22 Uhr startet der Umzug hinunter ins Dorf. Umrahmt werden wir beim Marschieren und Spielen von Fackelträgern. Auf dem Parkplatz mitten im Dorf konzertieren wir noch kurz im Kreise, derweil sich Nässe und Kälte auch im Sound etwas bemerkbar machen. Nach elf Uhr wird der Regen stärker, was aber die anwesenden Festbesucher nicht davon abhält, singend herumzuhüpfen. Das Festtenue, vor allem das der weiblichen Besucher, ist nicht immer ganz dem Wetter angepasst. Doch lassen wir das Volk fröhlich feiern, denn Drumnadrochit kann sich wahrlich glücklich schätzen, dass diese Feier überhaupt stattfindet, denn rundherum im Schott-Lande mussten dieses Jahr Hogmanay-Festivitäten wegen des schlechten Wetters (stürmische Regenwinde) abgesagt werden. In Edinburgh, wo jährlich eine grosse Neujahrsparty stattfindet, gar 3 Stunden vor Beginn!

Die Festbesucher hier sind guter Dinge und stärken sich immer wieder mit einem «wee dram», der mit kleinen Bechern aus einem riesigen «Quaich» geschöpft wird. Sinnigerweise steht dieser im Erste-Hilfe-Zelt! Kurz vor Mitternacht gibt unser P/M Dany Schütz (aka «Shorty») noch ein paar Tunes auf der Festbühne zum Besten, bevor es losgeht … … 10, 9, 8, 7, 6, 5, 4, 3, 2, 1 … HAPPY NEW YEAR!

Einige unermüdliche Festbesucher harren auf dem feuchten Parkplatz bis gegen 01:30 Uhr aus, bis sich hier die Feier friedlich auflöst. Während dessen wird oben auf der Anhöhe im «Drumnadrochit Hotel» gesungen und getrunken und getanzt und es wird für die einen eine etwas längere Nacht …
hogmanay party - med

1. Januar 2007 – Neujahr! Der Tag gestaltet sich ruhig, was in dudelsackdeutsch soviel bedeutet wie: keine Auftritte. Eine kleine Gruppe unserer Band lässt sich nach dem Z'Morge per Grosstaxi nach Inverness gondeln. Die Stadt liegt da wie ausgestorben. Ein ungemütlicher Wind pfeift durch die Strassen. Trotzdem lassen wir es uns nicht nehmen, noch einen Rundblick oben beim Schloss zu geniessen. Unter uns führt der River Ness bedrohlich viel Wasser! Zum Aufwärmen wählen wir dann das «Glenalbyn», wo die einen dem Billardspiel frönen, die anderen sich bei Tee, Bier und Zeitung die Zeit vertreiben. Zu den Billardspielern gesellt sich zwischendurch ein 82-jähriger Seebär, der noch munter das Queue zu schwingen vermag. Am frühen Nachmittag lassen wir uns wieder zurück chauffieren – zurück ins ebenfalls ausgestorbene Drumnadrochit.

Am Nachmittag des 2. Januars 2007 umrahmen wir neben dem «Fiddlers» einen kleinen Anlass der sich «Soup&Scoop» nennt: Für £ 5 kriegt man eine Schale Suppe und drei Malts zur Verköstigung! Unter den Besuchern auch Touristen aus Australien und Russland!
Nachdem wir uns am Abend im «Fiddlers» erneut bestens stärken können, pilgern wir im Anschluss per Bus zur «Blarmor Bar». Hier findet quasi der Festival Abschluss statt, in Form eines «ceilidh». Das heisst viel Musik, viel Tanz und v...etwas zu trinken. Bei unserem Auftritt hilft uns wiederum John der rüstige Drummer, der hier im Dorf ansässig ist und ansonsten bei der «British Legion Pipe Band» in Inverness trommelt.
Nach Mitternacht verlässt unsere Band grüppchenweise die Bar und trollt sich zurück ins Bett. Und der eine oder andere hofft vielleicht nächstes Jahr wieder hier dabei sein zu können. Hier in Drumnadrochit mit den herzlichen Leuten den Jahreswechsel feiern zu können. Das ist wirklich etwas ganz besonderes für eine Pipeband aus der Schweiz! A HAPPY NEW YEAR, AND HASTE YE BACK!

PS: An dieser Stelle ein grosses Dankeschön an Gaby und Adrian Wichser, die die ganze Hogmanay Geschichte vor zwei Jahren ins Rollen gebracht haben! Und ein Dank gebührt auch den Leuten in Drumnadrochit, die uns jeweils herzlich willkommen heissen, allen voran die vier "event organisers", Mhairi Moffat, Jeanette Simpson, Carol Urquhart sowie Fiona Urquhart. Und natürlich George Simpson!

Der 31. Dezember 2006 ist ein Sonntag. Mittlerweilen weiss es fast das ganze Dorf dass ein Teil unseres Gepäcks noch ausstehend ist. George hat mit den umliegenden Kilt-Verleihern Rücksprache genommen. So verbringen wir den Sonntagmorgen damit, vier von uns neu einzukleiden.