Redaktion und Zusammenstellung: Andy "MacSwiss" Schweizer / PDZ.

 

Im MusicCorner werden sporadisch CDs, DVDs und (Noten-)Bücher vorgestellt, die für Piper & Drumer – oder sonstige Liebhaber "keltischer" Klänge - von Interesse sein dürften. Selbstverständlich sind Hinweise auf (Neu-)Veröffentlichungen jederzeit willkommen!


Als Bezugsadressen seien hier die beiden Institutionen "The College of Piping" (www.college-of-piping.co.uk) und "The National Piping Centre" (www.thepipingcentre.co.uk) genannt.Eine grosse Auswahl an Tonträgern findet sich auch unter www.musicscotland.com. Selbstverständlich könnte die Liste noch fortgesetzt werden, doch dies würde den Rahmen hier sprengen.

INVERORA

Stuart Liddell
(Macmeanmna SKYECD 43 / 11 Tracks)
Der Klavierstimmer und Pipe-Instruktor aus Inveraray, Argyll, fliegt jeweils im Sommer hinüber nach British Columbia, Kanada, um mit der Simon Fraser University Pipe Band zu spielen.In Schottland hatte Liddell schon mit der Scottish Power Pipe Band gespielt.
Was es mit dem Namen der CD auf sich hat, kann im reichhaltigen Booklet nachgeschlagen werden. Wer von einem Solopiper wie Liddell nur zeitgenössische, moderne, quirlig-technische Tunes erwartet, der wird vielleicht eher enttäuscht sein.
Aber nein - keine Angst: Solche Stücken finden sich natürlich auch.Stuart Liddell beweist mit der vorliegenden Auswahl an Stücken, dass ein erfolgreicher Piper auch eher klassiche Tunes beherrscht. Die CD startet mit dem wunderbaren 2/4 Marsch The Centenary Jewel von Phil Cunningham. Unter anderem hat Liddell für diese CD auch ein klassisches 4/4 Marsch-Set zusammengestellt mit Murdo's Wedding, Flett from Flotta, Loch Ruan und The Battle Waterloo.
Zu finden sind nebst den Studio Einspielungen auch Live-Mitschnitte sowie der Piobaireachd The Lament for the Dead, mit dem Stuart Liddell 2000 die Goldmedaille in Inverness geholt hat.
Eine CD die die beeindruckende Qualität von Liddell aufzeigt. Empfehlenswert!
PS: Nachdem das letzte Tune fertig gespielt ist, sollte man noch etwas zuwarten: Was sich schon bei zahlreichen CDs als Gag etabliert hat, ist auch bei der vorliegenden CD der Fall...Also Geduld!


INTREPID

Rory Campbell
(Vertical VERTCD082 / 14 Tracks)
Auch mit Intrepid (was soviel wie unerschrocken oder furchtlos bedeutet) liegt eine Neuaufnahme (2007) vor. Campbell ist nicht nur als Piper ein Talent sondern auch als kreativer Stückeschreiber. Eine Auswahl an Werken ist vor einigen Jahren im Musikbuch Field of Bells – Music for the Tradition publiziert worden. Keines dieser Stücke findet sich jedoch auf der vorliegenden CD. Die Scheibe wird eröffnet durch The Song fo the Moccasins, bei dem sich Rory Campbell auch als Sänger in Szene setzt. Dank seiner musikalischen Kontakte mit anderen Musikern aus verschiedenen Ländern und musikalischen Regionen, schafft es Campbell immer wieder an originelle Stücke und Melodie zu gelangen und diese (neu) zu bearbeiten. So spielt Campbell beispielsweise die aus Galizien stammende Melodie Pasodoble gleich selber auf seiner Gaita.
Besonders originell ist das Cover der CD gelungen: In eine blühende Wiese wurde ein Dudelsack gesetzt, ohne Cover – nur Ledersack, Chanter, Drohnen und Blowstick – diese jedoch nach unten wie Füsse in die Wiese gesetzt. Das Ding sieht dann wie ein urchiges Wiesen-Vieh aus, dem sich zudem noch ein Hund zu nähern wagt!

 

DIVERSITY

David Wilton
(BG-DW01-CDA / 33 Tracks)
Ich gebe es zu, dass ich den Namen dieses Pipers noch nie gehört habe. Gemäss Wiltons eigener Website (www.davidwilton.co.uk) ist Wilton nicht nur ein erstklssiger Piper (2006, Clan Gregor Society Band, Grade 1) sondern auch noch ein erstklssiger Highland-Tänzer (seine Erfolgs-Liste ist ziemlich lang).
Und in diesem Jahr (2007) haben ihn die Kanadier für die Higland Dancing Championships in New Brunswick ins Piping Team engagiert.
Die CD Titel bezieht sich wohl auf Wiltons Vielfalt als Tänzer und Piper zugleich. Ich muss zugeben, dass ich die CD häppchenweise genossen habe, nicht an einem Stück. Die CD umfasst "nur" Tanzmusik und die teilweise kurzen Musik-Fragmente tragen nicht zu einem abgerundeten Hör-Genuss bei. Etwas störend wirkt, dass die Pausen zwischen den einzelnen Stücken ziemlich kurz geraten sind.
Trotzdem kann die CD jedem Piper zum Studium empfohlen werden, wenn es darum geht, wie ein Jig oder Strathspey effektvoll gespielt werden sollte.
Eine ähnliche CD ausschliesslich mit Tanzmusik ist 2001 von Gordon Walker erschienen mit dem Titel Dancing to Perfection.



ReEcho

The Finlay MacDonald Band
(Greentrax CDTRAX299 / 9 Tracks)
Finlay MacDonald himself spielt die Highland pipes, zudem Border pipes and whistle. Die schottische Band bietet zeitgemässe (coole) Folkmusik an, gewürzt mit unterschiedlichen Stilrichtungen. Ein Silberling den ich ohne Hemmungen empfehlen kann, wenn auch nicht bei allen Stücken der Dudelsack dominierend im Vordergrund steht. Wer am Ende der CD noch immer Lust auf Finlay und seine Truppe verspürt, dem sei noch die CD Pressed For Time empfohlen oder Highland Games auf der Finlay MacDonald solo mit zwei Piper Kumpels musiziert: Mit Simon McKerrell und Chris Gibb.


TERRA FIRMA

Wolfstone
(Once Bitten Records OBRCD03 / 12 Tracks)
Die schottische Rockband Wolfstone gibt es schon lange. Ihre Alben bieten guten, satten (Folk)Rock. Im kommenden August 2007 werden Wolfstone als Vorgruppe von Runrig in der Nähe von Drumnadrochit auftreten. Jawohl, Drumnadrochit! Da wo jeweils ein Grüppchen von Piper und Drumer der PDZ (beinahe schon) seit Jahren Hogmanay feiern.
Eines der Stücke auf dem Album trägt den witzigen Titel  3 AM in Edradour. Das Stück ist von Stevie Saint komponiert, der auch die pipes bei Wolfstone bedient – da geht die Post ab!
PS: Bei Edradour, die als die kleinste Distillerie Schottlands bezeichnet wird, hat unsere Band auch schon ein paar Tunes zum Besten gegeben! Jawohl, Whisky-piping pur. Slainthe!